Schule in Veränderung

Schon lange, vielleicht schon immer, ist das OSG eine Schule in Bewegung, die sich den jeweils aktuellen Gegebenheiten anpasst und diese als Chance versteht, um das schulische Leben zu verändern. Die beiden Corona-Jahre haben diese Haltung in besonderer Weise auf die Probe gestellt, denn vieles musste in kurzer Zeit verändert werden, um den neuen Anforderungen möglichst gut gerecht zu werden. Bei allen Veränderungen stellen wir uns die Frage:

Was davon wollen wir langfristig sichern? Was soll wieder so werden, wie es davor war? Was wollen wir gar in eine noch andere Richtung entwickeln?

Der Blick in die Realität und in die Zukunft

Werfen wir einen Blick auf die Realität und die Zukunft:

1. Alle Menschen (Lehrerinnen und Lehrer, Schüler und Schülerinnen und Eltern) sind verschieden in Bezug auf ihre kognitiven Grundfähigkeiten, ihre Affekte, ihre Motivationslage, ihre Entwicklungsschritte, ihre Verwertung von Feedback,….

2. Die Welt, in der sich Menschen zurechtfinden müssen, ist eine komplexe und erfordert deshalb die Fähigkeit, mit Komplexität sozial, kognitiv und affektiv umzugehen.
Bei unseren Überlegungen zur Schulentwicklung nehmen wir die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler in den Blick. Was ist es, was die jungen Menschen in der Welt (vermutlich) wirklich benötigen und wie können wir es ihnen möglichst gut mit auf den Weg geben?

Wissenschaft, Erfahrung und Austausch

Einige Antworten dazu liefert die Wissenschaft, einige Antworten liefern unsere Erfahrungen und unser Blick in die Welt und einige liefern die jungen Menschen selbst oder ihre Eltern. Und einige Antworten sind leider völlig unklar. Insbesondere über diese, aber auch darüber, was all diese Antworten für Schule bedeuten, müssen und wollen wir diskutieren und uns austauschen.

OSG als Schule derZukunft

Bei der Podiumsdiskussion in unserem Jubiläumsjahr 2021/22 zum Thema „Schule nach Corona“ kristallisierten sich einige Antworten auf die Frage heraus, wie Schule sich entwickeln sollte. Für uns als OSG sind aktuell die folgenden Punkte wichtig dafür, dass Schule zukunftstauglich ist:

Möglichkeiten zu individuellen Lernwegen – Was benötigen einzelne Lernende jetzt und was ist verzichtbar?

Es gibt so viel zu lernen, die Welt ist so komplex und so sehr von Veränderung geprägt. Es ist uns wichtig, dass die jungen Menschen die Chance haben, ihre Zeit in der Schule sinnvoll zu nutzen. Das bedeutet, dass nicht alle dasselbe und gleich schnell tun, schlicht, weil nicht alle dieselben Voraussetzungen und Talente mitbringen. Nur so haben sie zudem die Möglichkeit zu lernen, wie sie selbst am besten lernen und damit die Fähigkeit erwerben, sich Veränderungen anzupassen.
Diese Möglichkeiten möchten wir als Schule zunehmend einräumen.

Verantwortungsübernahme für den eigenen Lernweg – Wo möchte ich hin und wie schaffe ich das?

Nicht jede und jeder hat dieselben Stärken und Leidenschaften – und das ist gut so. Denn unsere Welt braucht die Verschiedenheit. Verschiedene individuelle Schwerpunkte zu setzen und verschiedene Talente zu entwickeln, kann aber nur funktionieren, wenn nicht jeder Schritt durch Lehrkräfte vorgegeben und eingefordert werden muss, sondern wenn jede und jeder Einzelne sich geeignete Ziele sucht und verfolgt.
Für diese Verantwortungsübernahme wollen wir als Schule die Möglichkeiten schaffen.

Tragfähige Beziehungen und Engagement für andere, Partizipation – Was kann ich tun, damit es uns allen gut geht?

Grundvoraussetzung für individuelle Lernwege und die Befähigung zur Verantwortungsübernahme sind tragfähige Beziehungen zwischen allen an Schule Beteiligten, die offene, ehrliche Kommunikation, Beratung und Unterstützung ermöglichen. Und es ist erforderlich, über den geeigneten Weg streiten und Dinge ausprobieren und dann sachlich reflektieren zu können.
Wir wollen als Schule an den Beziehungen und an guter Kommunikation arbeiten und streben eine offene Auseinandersetzung an, um einen guten Weg zu finden.

Fächerverbindender Blick und einzelfachliche Stärke – Wo findet sich das zu Lernende in der Realität wieder?

Zur Problemlösung in der Welt kann man nur nutzen, wovon man weiß, dass es existiert und was man damit machen kann. Vernetzen kann man nur Dinge, die im eigenen Gehirn abrufbar sind. Kreative Lösungen entstehen nur aus fundiertem Wissen. Schule muss deshalb Verschiedenes im Blick behalten: Den sicheren Erwerb der Dinge, die man wirklich wissen oder beherrschen sollte, den Überblick und die Fähigkeit, mit dem, was man weiß, neue Probleme zu lösen, sowie die Vermittlung der Tatsache, dass die schulischen Inhalte lebensrelevant sind.
Wir arbeiten als Schule daran, Schulwissen und Lebenswirklichkeit immer besser zu verbinden.

Gesunde Schule – Wie stellen wir sicher, dass alle in der Schule mental und körperlich gut leben können?

Veränderungen erfordern Entscheidungen, Entscheidungen bringen veränderte Anforderungen mit sich und Veränderung im Verhalten erfordert ein Mehr an Einsatz und kognitiver Kontrolle gegenüber eingeübten Routinen. Diese Anforderungen angemessen zu verteilen, individuell angemessen zu bewerten und organisatorisch so zu gestalten, dass sie nicht zum erdrückenden Stress, sondern zur beglückenden Kontrollerfahrung werden, nehmen wir als wichtige Aufgabe der Schule wahr.

Wichtig ist darüberhinaus der Diskurs zu der Frage, welche Inhalte wie viel Raum einnehmen sollen und auf welche Weise fächerübergreifende, wichtige Themen wie der Umgang mit digitalen Medien und Demokratiefähigkeit gut eingeübt werden können.